Beitrag Januar 2020: Die Migrantenströme nach Griechenland explodieren


Per Ende Dezember 2019 muss man feststellen: Migrantenströme nach Griechenland und Zypern explodieren. Italien konnte 2019 erneut einen starken Rückgang der neu ankommenden Migranten verzeichnen. Doch in Griechenland und Zypern stieg die Zahl der Asylsuchenden wieder stark.

Italien erlebte 2018 einen Rückgang der Migranten um rund 50%; im Vergleich zu 2017 sogar um rund 90%. Von Januar bis Dezember 2019 trafen noch 11.439 Migranten an den italienischen Küsten ein. 2018 hatte die Zahl der Neuankömmlinge 23.210 betragen, ein Jahr zuvor waren es sogar 118.914 gewesen. Italien konnte diese Entwicklung insbesondere durch eine Vereinbarung erreichen, welche 2017 mit Libyen abgeschlossen wurde: Italien gibt Gelder an die libysche Einheitsregierung und finanziert unter anderem Ausrüstung für die Küstenwache des Landes, die Flüchtlinge / Migranten, welche nach Europa aufbrechen wollen, aufhält.

Griechenland und Zypern sind demgegenüber mittlerweile zum „Hotspot“ für Migranten geworden, die über das Mittelmeer kommen. In Griechenland ist die Anzahl der Ankommenden 2019 um praktisch 100% gestiegen (94,6 Prozent), die Zahl hat sich 2019 auf 60.363 Migranten fast verdoppelt. Für das kommende Jahr erwartet das Land mehr als 100 000 schon nur aus der Türkei. Dies erklärte der Regierungsbeauftragte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen, Manos Logothetis, gegenüber den Medien. Die Krise sei gravierend.

In Erinnerung gerufen sei Folgendes: Im Zeitpunkt des Höhepunkts der Flüchtlingswelle vor vier Jahren strömten allein im Oktober 2015 mehr als 190‘000 Flüchtlinge / Migranten nach Griechen­land, auf’s Jahr gerechnet also mehr als 2 Millionen (weit mehr als eine Million davon reisten unkontrolliert weiter nach Deutschland). Auch wenn wir im Moment noch weit von diesen Zahlen entfernt sind, muss die jetzige Entwicklung die Alarmglocken läuten lassen. Europa kann sich nicht mehr unkontrollierte, offene Aussen-Grenzen leisten, ohne wirtschaftlich und kulturell unter die Räder zu geraten.

Es bringt nichts, wenn die EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen von den Ländern Europas einfach immer wieder fordert, sie sollten Flüchtlinge aufnehmen. Notwendig ist vielmehr endlich, dass ein internationales Konzept errichtet wird, wie das Flüchtlingsproblem weltweit anzupacken und zu lösen ist. Dass ein Teil davon sein muss, dass Europa seine Aussengrenzen schützt und die einzelnen Staaten die Aufnahme von Flüchtlingen limitieren, würde eigentlich dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Es ist schlichtweg verantwortungslos, weiterhin eine Politik der offenen Türen zu verfolgen und vor den verursachten Folgen in Europa den Kopf in den Sand zu strecken.